Home

Willkommen bei yogajoy!

Yoga bedeutet "Einheit", "Harmonie", "Vereinigung", "Verbindung", "Bemühung", "Anstrengung", "Joch". (Joch nicht verstanden als Knechtschaft, sondern als Metapher für das Üben und für die Anstrengung von Yoga- Praktizierenden auf ihrem Weg).

 

Der Begriff "Yoga" kann auch spezieller gefasst werden und benennt dann eines der orthodoxen hinduistischen Philosophiesysteme, den darshanas:

 

  • s a m k h y a ("Klassifizierung", "Aufzählung")
  • m i m a m s a ("Erörterung", ähnlich christlichen Vorstellungen)
  • n y a y a ("Grundsatz", "Argument", logisches System)
  • v a i s h e s i k a ("sich auf die Unterschiede beziehend", materialistisch, logisch-naturwissenschaftlich)
  • y o g a (Raja Yoga nach Patanjali)
  • v e d a n t a ("Ende des Wissens", "das Wirkliche ist dasjenige, dessen Negation unmöglich ist", nach Shankara)

 

gemäß dem Yogasutra von Patanjali. Orthodox deshalb, weil diese sechs darshanas die "göttlich offenbarten" Veden (ca. 1300 – 1000 v. Chr.) nicht ablehnen, wie dies der Buddhismus und der Jainismus tut.

 

Yoga als Philosophiesystem basiert ursprünglich auf der Philosophie des atheistischen samkhya. Erst im Yogasutra (ca. 600 v. Chr – 200 n. Chr.) von Patanjali wurde ishvara (der persönliche Gott) eingeführt, vermutlich in Abgrenzung zu den zeitgleich konkurrierenden Systemen des Buddhismus, Jainismus und Materialismus ( lokayatika, lokayata: die materielle Welt).

 

Yoga ist ein ganzheitliches, jahrtausende altes Lehrsystem aus Indien, das Übungen für Körper und Geist beinhaltet. Einer der frühesten Belege für Yoga ist in der Ahirbudhnya Samhita überliefert. Darin wird Yoga als die Vereinigung des individuellen Selbst (atman) mit dem höchsten Selbst (braman) definiert.

 

"Yoga steht für alle Religionen offen. Yoga ist keine Religion, sondern eine Hilfe zum Praktizieren der grundlegenden spirituellen Wahrheiten in allen Religionen. Yoga kann von einem Christen, Buddhisten, Parsen, Hindu, Mohammedaner, Sufi oder Atheisten praktiziert werden."

Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis

 

"Yoga ist keine Sammlung religiöser Meinungen oder Praktiken und behauptet auch nicht, den letzten Sinn des Lebens erklären zu wollen. Sein Ziel ist es, den Geist allmählich so weit zu entwickeln, dass - vermittels einer gesunden Funktion von Körper, Geist und Gefühl - die Wirklichkeit wahrgenommen und Selbsterkenntnis erlangt werden kann."

R. Gammenthaler, Kundalini-Yoga-Parampara, S. 28

 

Da man als Hindu geboren wird, kann man auch nicht zum Hinduismus konvertieren. Der Hinduismus kann als relativ tolerante Religion betrachtet werden, da er kein Missionsgebot enthält. Innerhalb des Hinduismus existieren jedoch Hunderte Strömungen, unterscheidbar durch ihre jeweilige Kaste, Sprache und Region, Sektierertum inklusive.

 

Yoga ist mittlerweile in der ganzen Welt bekannt als ein traditionelles Übungssystem zur Förderung und Erlangung von Gesundheit, Wohlbefinden und Bewusstseinserweiterung.

 

Letztliches Ziel von Yoga ist moksha/kaivalya/mukti:

die Befreiung von der materiellen, bindend-leiderfüllten (dukha)Welt und die Verschmelzung mit dem Kosmischen. Ein Zustand, der jenseits unseres Verständnisses liegt und deshalb auch nicht sprachlich fixiert werden kann. Vergleichbar mit dem buddhistischen Begriff des nirvana ("Verlöschen", "Vergehen", vom Bild der Flamme abgeleitet).

 

Heinrich Zimmer, ein Indologe des letzten Jh., erläutert hierzu:

  • "M o k s h a , a p a v a r g a , n i r v r i t t i oder n i v r i t t i , das vierte der Ziele, ist Erlösung oder geistige Befreiung. Dies gilt als letztes Ziel, als höchstes menschliches Gut und wird deshalb über und gegen die ersten drei gestellt.
  • A r t h a [Staatskunst, Kriegsführung, Wohlstand] , k a m a [Begehren, Verlangen, Erotik, Liebesgenuss, indischer Liebesgott] und d h a r m a [Moral, Tugend, Rechtschaffenheit, Gesetz oder Ordnung des Universums] , der sogenannte t r i v a r g a , 'die Gruppe der Drei', sind Bestrebungen innerhalb der Welt; jede hat ihre eigene Richtung oder 'Philosophie', und über jede gibt es eine eigene Literatur. Aber der weitaus größte Teil des indischen Denkens, Forschens, Lehrens und Schreibens ist dem höchsten geistigen Thema, der Befreiung von der Unwissenheit und von den Leidenschaften der großen Weltillusion gewidmet. M o k s h a , aus der Wurzel m u c , 'lösen, freimachen, gehen lassen, entbinden, entfesseln, befreien, verlassen, zurücklassen, hinterlassen', bedeutet 'Befreiung, Flucht, Freiheit, Erlösung, Errettung; letzte Loslösung der Seele'.
  • A p a v a r g a , vom Verb a p a v r i j i , 'abwenden, zerstören, zerstreuen; abreißen, ausziehen, wegnehmen' bedeutet 'Abwerfen, Fortschleudern (einer Wurfwaffe), Abladen, Aufgeben; Vollendung, Ende'; auch das 'Erfüllen oder Vollbringen einer Tat'. N i r v r i t t i heißt 'Verschwinden, Vernichtung, Rast, Ruhe, Frieden, Vollendung, Erfüllung, Befreiung vom weltlichen Dasein, Befriedigung, Glück, Seligkeit'; und n i v r i t t i : 'Stillstand, Beendigung, Verschwinden; Enthaltung von Tat und Arbeit; Ablassen von, Aufgeben von, Verzichten auf; Einstellen von weltlichen Handlungen und Gefühlen; Gemütsruhe, Weltabgeschiedenheit; Ruhe, Frieden, Glückseligkeit'. All diese Wörter zusammengenommen lassen etwas davon ahnen, wie der indische Weise das höchste Ziel des Menschen auffasst."

H. Zimmer, Philosophie und Religion Indiens, S. 50

 

Es gibt verschiedene Arten des Yoga:

  • Hatha Yoga (körperorientierter Yoga)
  • Bhakti Yoga (Yoga der Liebe und Hingabe)
  • Kundalini Yoga (Yoga der Energie)
  • Karma Yoga (Yoga der Tat und des selbstlosen Handelns)
  • Jnana Yoga (Yoga des Wissens)
  • Raja Yoga (Yoga des Geistes)

 

Hatha Yoga, Mantra Yoga, Yantra Yoga, Nada Yoga, Laya Yoga werden auch als die fünf Zweige des tantrischen Kundalini Yoga spezifiziert. Wobei Kundalini Yoga wiederum ein Zweig des Ashtanga darstellt. Der erste Zweig des Ashtanga ist der Raja Yoga Patanjalis.

 

Yogaübende werden mal den einen oder anderen Weg intensiver beschreiten, dabei aber nicht die anderen Arten vergessen. Ausgewogenheit resultiert aus der Synthese aller Yogaarten.

 

Raja Yoga wird auch Ashtanga Yoga (nicht zu verwechseln mit dem Yogastil Ashtanga) genannt, weil er ein achtstufiges, elaboriertes Modell für den Weg der Erleuchtung darstellt:

 

  • y a m a: ethische Vorschriften im Umgang mit anderen
  • n i y a m a : ethische Ratschläge für das Privatleben
  • a s a n a : Stellung
  • p r a n a y a m a : Kontrolle der vitalen Energie ( p r a n a )
  • p r a t y a h a r a : Zurückziehen der Sinne
  • d h a r a n a : Konzentration
  • d h y a n a : Meditation (Übung, durch die eine ständige Wahrnehmung des Geistes stattfindet)
  • s a m a d h i : Überbewusstsein

 

Yoga basiert auf einer fundamentalen, normativ-ethischer Grundlage für das alltägliche Leben, dem mahavratam (das große Gelübde, der großartige Vorsatz):

 

Die yamas (Enthaltungen) sind:

  • a h i m s a : Nicht-Verletzen (körperlich und geistig, Vegetarismus)
  • s a t y a : Wahrhaftigkeit, Mahatma Gandhi ging den Weg des satyagraha und des ahimsa
  • a s t e y a : Nichtstehlen
  • b r a h m a c a r y a : Enthaltsamkeit, Mäßigung, Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens
  • a p a r i g r a h a : Nicht-Annehmen, Unbestechlichkeit

 

Die niyamas (Kultivierung positiver Eigenschaften) sind:

  • s a u c a : Reinheit (äußere wie innere)
  • s a m t o s a : Zufriedenheit
  • t a p a s : Askese, Einschränkung des unersättlichen Verlangens der Sinne
  • s v a d h y a y a : Selbststudium, Studium der Schriften
  • i s h v a r a - p r a n i d h a n a : Verehrung Gottes

 

Hatha Yoga ist essentiell wichtig für das Praktizieren aller anderen Yoga Pfade. Esoterisch werden die in uns fließenden polaren Energien des Körpers ausgedrückt anhand zweier Silben: “Ha” verweist auf die männliche, heiße Energie der “Sonne”, “Tha” auf die weibliche, kühle Energie des "Mondes". Exoterisch bedeutet das zusammengesetzte Wort "Hatha": "Kraft", "Gewalt", "Anstrengung".

 

Hatha Yogi(ni)s achten auf ihren Körper, weil er für sie das Fahrzeug darstellt, mit dessen Hilfe sie das Meer des samsara (endloser Kreislauf der Wiedergeburt) überqueren, bis sie moksha (die Befreiung aus selbigem) erlangen. Ein gesunder, kräftiger und ausgeglichener Körper und Geist bilden dafür die notwendigen Voraussetzungen. Gesundheit ist nicht alles. Aber ohne Gesundheit ist vieles nicht möglich wie z.B. ein längeres Verweilen in der Meditation.

 

Das ist in gewissem Sinne eine "Kultivierung des Körpers" (kaya sadhana), die jedoch die Fixierung des Westens auf reinen "Körperkult" hinter sich läßt aufgrund des immanenten Ziels der Befreiung im Hier und Jetzt. Ein "göttlicher Körper" (divya deha), als Tempel der Seele verstanden, dient Yogaübenden zur Transzendenz des eigenen Ich, was eine

Nicht-Identifikation mit dem Körper einschließt.

 

"Die meisten Menschen haben jenseits des körperlichen Niveaus keinen Zugang zu Yoga, denn wirklicher Yoga erfordert intensive persönliche Disziplin verbunden mit intensivem Nachdenken unter der Leitung eines geeigneten Lehrers. Yoga verspricht über den Körper hinausgehenden Segen. Es wird unattraktiv für einen normalen Menschen, der nach unmittelbaren Früchten und nach weltlichem Wohlstand schreit."

Swami Sivananda

 

"It is not that the body is not important - the body is very important; it is the temple - but a transformation in the body cannot happen without a good relationship with the mind. Watever happens in the body affects the mind and whatever happens in the mind affects the body. And whatever happens in the emotional body affects the mind, as well. But the essence of yoga is often not taught through the body. What is essential and needs to be taught is the spirit of yoga, and that people don't understand... But the physical side is not the end of yoga. The physical side is only one aspect. Yoga should not be learned by the performance of postures. If you go by the performance of postures, then you dilute Yoga, but if you go by the inquiry of the spirit, it is not diluted."

Desikachar, Interview in NAMARUPA, Fall 2004

 

"Yoga is one. God is one. Yoga means sambandaha, which is atma manah samyogah,or knowing God inside you. But using it for physical practice is no good, of no use - just a lot of sweating, pushing, and heavy breathing for nothing. The spiritual aspect, which is beyond the physical, is the purpose of yoga. When the nervous system is purified, when your mind rests in the a t m a n (the Self), then you can experience the true greatness of yoga."

Pattabhi Jois, Interview in NAMARUPA, Fall 2004

 

Yoga ist ein ganzheitliches System und kein modernes Lifestyleprodukt und daher auch nicht ausschließlich auf den Fitnessaspekt begrenzt. Yogaübende stehen nicht in Konkurrenz zu Mitübenden. Yoga ist auch kein sportlicher Wettkampf. Raja Yoga ist z.B eine psychologische Methode, die in ihren höheren Stufen auf den Geist, auf Konzentration und Meditation fokussiert. Wer länger und intensiver sich mit Yoga beschäftigt, kann diesen geistigen Ansatz wahrnehmen und verstehen. Wer sich hierfür nicht interessiert, kann auch so von den Wirkungen des Yoga profitieren.

 

Im Hatha Yoga ist richtige Atmung und die damit verbundene Kontrolle des Atems (pranayama) besonders wichtig, weil hierdurch die Lebensenergie (prana) im Körper des Yogis aufgebaut, zentriert und gelenkt werden kann. Energie wird erweckt (shakti sanchar), und sie wird im Körper des Yogis bewegt (shakti calana). Dieser Prozess kann in der Erweckung der

kundalini shakti (die Schlangenkraft, die in jedem Menschen ruht) kulminieren.

 

"Häufig wird Yoga mit Entsagung / Verzicht verwechselt. Es wird behauptet, dass man beim Yoga Mönch oder Nonne werden muss; oder man glaubt, dass man in ein Kloster eintreten oder einer Kirche beitreten muss. Yoga wird als etwas völlig Gegensätzliches zum normalen Leben angesehen. So wird Yoga von normalen Menschen heutzutage verstanden. Doch auch hier ist höchste Vorsicht geboten. Jede Übertreibung bzw. Überschätzung ist bei der Yogapraxis fehl am Platze. Yoga bedeutet allmählicher Aufstieg und ist kein plötzlicher Vorwärtssprung. Natur entwickelt sich langsam und ist nicht irgendeine plötzliche Revolution. In der Natur finden keine Revolutionen statt. Darum kann der Yogaschüler mit sich selbst keine Revolution in Gang setzen und über Nacht ein Yogi werden.

Yoga bedeutet schrittweises Wachsen, Reifen und eine systematische Anpassung in jeder Entwicklungsstufe der eigenen Persönlichkeit. Und darum sind Worte wie Entsagung, Verzicht und Mönchstum letztendlich bedeutungslose Begriffe, die niemandem helfen. Man muss hier sehr sachlich und realistisch bleiben, und darf nicht zu einem dummen Idealisten in einer ätherischen Welt werden.

Die Welt läßt niemanden so einfach los. Sie hat uns bereits alle umarmt, und dies ist wie die Umklammerung eines Bären. Wir sind von der Welt umklammert, und um uns aus dieser Umklammerung zu befreien, bedarf es einer intelligenten Praxis. Dies ist die Yogapraxis."

Swami Krishnananda

 

Deshalb lasse dir keinen spirituellen Bären aufbinden; wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Vertraue auf deine Intuition und deine Unterscheidungskraft (viveka). Prüfe deinen Guru mit dem Latschentest (nach Swami Vishnu Devananda). Wenn er dann immer noch cool bleibt, kann er vielleicht deine "Dunkelheit vertreiben".

 

 

Hatha Yoga Kurse, wie sie yogajoy anbietet, können helfen die Lebensfreude sowie die Lebensqualität zu erhöhen.

 

Yoga ist förderlich für:

  • Abbau von Stress
  • Gesunderhaltung von Geist und Körper
  • verbesserte Körperwahrnehmung
  • Harmonisierung des Lebens
  • Erweckung der Kreativität
  • Vereinigung mit deinem wahren Selbst

 

Nimm die Chance wahr, öffne dich für Yoga und dein Leben wird sich positiv verändern. Erlebe und spüre, wie gut dir Yoga tut und mache dich auf den spannenden Weg deiner spirituellen Entwicklung.

 

Om shanti

 

Copyright © yogajoy 2016 All Rights Reserved